Odyssee

2015

Erstbegehung an der Eiger Nordwand 
 
Odyssey 8a+, 1400 Meter
Schwierigste „ Bigwall Erstbegehung“ in der Eiger Nordwand
 
Mit der Erstbegehung von „Odyssee“ gelingt  Roger Schäli (CH), Robert Jasper (D) und Simon Gietl  (I) die bis dato. schwierigste Route durch die Eiger Nordwand.
Nach dem 2009 Roger Schäli und Robert Jasper mit der ersten freie Begehung der Japanerdirettissima (8a)  in der Eiger Nordwand ein alpiner Meilenstein gelungen war, entdeckten  die beiden Extrembergsteiger  das gewaltige Neutourenpotential.
   
In den folgenden Jahren arbeiteten Roger Schäli und Robert Jasper allerdings vornehmlich an der „Befreiung“ der ganz  großen historischen und sehr berühmten Direttissimas und verfolgten ihr Neutourenprojekt nur sporadisch.  Mit der ersten freien Begehung der  Harlin- Direttissima mit Heckmair Exit 7a, M8 1800 Meter 2010, und der  Ghilini- Piola Direttissima 7c, 1300 Meter 2013 gelangen zwei weitere alpine Highlights!
 
Der Sommer 2015 stand ganz im Zeichen der Erstbegehung in der Eiger Nordwand. Wie bei einer Expedition oder beim Alpinklettern in großen Wänden üblich, wurde immer von unten, Seillänge für Seillänge im sogenannten  „Ground up Style“ eröffnet!  Vom  Wandfuß führt die Kletterei zuerst über bekanntes Gelände der klassischen Heckmair-Route (1938) bis zum Stollenloch. In der Wandzone der  Roten Fluh wird dann extremes Neuland betreten.  Überhängend geht es in direkter Linienführung hinauf. Der Fels ist über weite Strecken erstaunlich gut und sehr kompakt. In solch einer riesigen Wand,  insgesamt 1400 Meter hoch, ein extrem schwieriges Unterfangen zumal  die Wetterbedingungen in der Eiger Nordwand sehr stark schwanken.  Wetterstürze mit Regen und Schnee so wie vereister Fels und der gefürchtete Steinschlag erschwerten neben der extremen Kletterschwierigkeit im zehnten Grad bei heikler Absicherung das Unternehmen. „Dieses Jahr stimmte  aber alles auf den Punkt!“ - so Jasper. „ Die Motivation war sehr hoch und wir waren 100% fit. Das hätte aber nie gereicht! Wir hatten auch noch  großes Wetterglück! Der zweitbeste Sommer seit 150 Jahren!" 
 
Ab Wandmitte wurde dann das Deutsch Schweizerische Team vom jungen Südtiroler Simon Gietl (I), ebenfalls Kletterprofi verstärkt. „ Simon brachte frischen Wind in unser Team und unterstützte uns tatkräftig! Wir wuchsen zu einer sehr schlagkräftigen Seilschaft zusammen!“  Einerseits wurde die Erstbegehung immer weiter voran getrieben, gleichzeitig wurden aber auch alle Seillängen im „Team- Rotpunkt -Style“ frei geklettert. Robert Jasper berichtet:" Wir lebten zwei Monate, fast ununterbrochen, in der schattigen und eiskalten Nordwand und nutzten jede Chance! Als wir dann im Nebel bei einbrechender Dunkelheit den Ausstieg erreichten war das ein unbeschreiblicher Moment.Unsere Irrfahrt durch die Steilwand, unsere Odyssee, fand ein gutes Ende!"
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